Völklingen. Wie können die vom ZRF Saar, dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung im Saarland im Rettungsdienst beauftragten Hilfsorganisationen, Notärzte und die Krankenhäuser im Falle eines Unglücks mit vielen Verletzten möglichst effizient zusammenarbeiten? Die Frage stand im Mittelpunkt der notfallmedizinischen Fortbildungsveranstaltung „MANV Taktik und Kommunikation“ in Kooperation mit der SHG.
Die Abkürzung MANV steht für einen Massenanfall von Verletzten, ein sogenanntes „Großschadensereignis unterhalb der Katastrophenschwelle mit einer hohen Anzahl von verletzten oder erkrankten Menschen“, beispielsweise nach einem Reisebus- oder Eisenbahnunglück oder einer plötzlichen Ausbreitung einer Viruserkrankung.
Ein Massenanfall von Verletzten und Erkrankten kann sich jederzeit an jedem Ort ereignen, machten der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Saarland, Sanitätsrat Dr. Thomas Schlechtriemen und der Geschäftsführer des ZRF Timm Mathis in ihren Einführungsvorträgen deutlich. Deshalb gelte es auf etwas vorbereitet zu sein, „was besser nie eintritt“. Die Problemlage, die sich für alle Beteiligten stellt, heißt je nach Anzahl von Verletzten oder Erkrankten möglichst schnell eine angemessene Zahl von rettungsdienstlichen Einsatzkräften an die Unglücksstelle zu bringen, um die Betroffenen notfallmedizinisch zu versorgen. Da jeder Unglücksort anders aussieht, ist es für alle Beteiligten wichtig, auf unterschiedliche Situationen möglichst gut vorzubereitet zu sein.
Was grundsätzlich zu beachten ist und wer welche Aufgaben im Falle eines MANV hat, erläuterten Oberarzt Michael Bossmann, Anästhesist im SHG-Klinikum Merzig und Leitender Notarzt im Bereich Saarland West, sowie Peter Lorenz, beim ZRF zuständiger Sachbearbeiter für den MANV, in ihren Vorträgen. Danach ging es in Workshops es um die Vertiefung von Wissen um Einsatztaktik und Kommunikation. Weitere ZRF-Referenten waren Peter Clauer, Markus Dresen, Andreas Kokalidis, Rainer Buchman, Andreas Bost und Pascal Steiner.
Zu Beginn der Veranstaltung hatte SHG-Geschäftsführer Bernd Mege die Gäste begrüßt. Er dankte den Rettungsdiensten ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit und wies auf die besondere Bedeutung der Fortbildung auch unter den aktuellen sicherheitspolitischen Diskussionen hin. Unter den rund 80 Teilnehmern waren auch Angehörige der Werksfeuerwehren und des werksärztlichen Dienstes großer saarländischer Industriebetriebe sowie Rettungsdienstmitarbeitende und Notärzte aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.